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Gedanken über Corona, die Politik und die Finanzbranche: Was wir ausnahmsweise von der Politik lernen können

In allen Umfragen und Studien über die Reputation und Vertrauenswürdigkeit von Berufsgruppen gibt es nur eine, die regelmäßig hinter den Versicherungsvermittlern steht: die Politiker. Und doch scheint es, dass die Finanz- und Versicherungsbranche aktuell einiges von ihnen lernen kann.

Experten sind die neuen Stars

Wer könnte für sich in Anspruch nehmen, dass ihm vor zwei Monaten die Namen Lothar Wieler, Christian Drosten, Hendrik Streeck oder Melanie Brinkmann geläufig gewesen wären? Die wenigsten von uns. Heute laufen sie in der Popularität selbst den wenigen seit Jahren regelmäßig im Rampenlicht stehenden Wissenschaftlern wie Clemens Fuest den Rang ab und sind definitiv bekannter und vor allem populärer als manche Bundesminister wie Christine Lambrecht, Svenja Schulze, Anja Karliczek oder Gerd Müller. Sie sind die neuen „Stars“ der Nachrichtensendungen und Talkshows.

Die Süddeutsche Zeitung hat Melanie Brinkmann und Christian Drosten zu neuen „Sexsymbolen“ gekürt, Brinkmann zur „Virologin fürs Herz“ und Drosten zum „Posterboy der Stunde“. Für derlei Kultstatus haben Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans noch heftig zu arbeiten.

Die Fachleute sind auf dem Vormarsch in unserer Gesellschaft und auf der ganzen Welt. Sie laufen gerade den Politikern, den lautsprechenden Manipulateuren, denen, die nicht informieren, sondern im eigenen Interesse Meinung machen wollen, den Rang ab. In den USA hat der mahnende und Trump-kritische Virologe Anthony Fauci einen Zustimmungswert von 80 Prozent, Trump selbst einen von 45 Prozent.

Die Unsicherheit ist immens

Diese Entwicklung ist nicht verwunderlich. Wenn selbst die Wirtschaftsweisen formulieren: „Die Unsicherheit ist immens.“ und damit ihre üblicherweise sehr fundierten Prognosen meinen, dann beschreibt das prägnant den Grad der Verunsicherung in allen Teilen unserer Gesellschaft. Und es ist verständlich, dass dieser Verunsicherung ein starkes Bedürfnis nach echter, begründeter Sicherheit entspringt.

Das spüren alle: Politiker, Journalisten, Wissenschaftler. Deshalb gehen diejenigen, die am meisten fundierte, objektive Expertise zu bieten haben, jetzt voran und geben den Ton an: Die Vorschläge für die sukzessive Lockerung der aktuellen Restriktionen kamen nicht von Parteien oder aus Bundestagsausschüssen, sondern von der Nationalen Akademie Leopoldina und dem Robert-Koch-Institut.

Die Journalisten geben diesen Einrichtungen derzeit mehr Raum in Zeitungen, Radio und Fernsehen und die Politiker halten sich mit ihren oberflächlichen Streitereien, mit Kraftmeierei und Machotum wohltuend zurück. Die sonst lautstark polarisierenden Ränder des politischen Spektrums sind aktuell kaum wahrnehmbar. Wenn die Politiker diskutieren, dann an den Konzepten der Wissenschaftler entlang. Selbst ein Donald Trump hat sich vor wenigen Tagen zu der unglaublichen Äußerung verstiegen: „Ich will geleitet werden.“

Es zählt der ganzheitliche Blick

Der Grund für die relative Zurückhaltung der Politiker mag darin liegen, dass sie überfordert sind, dass ihr übliches Verhaltensmuster, sich sensible Einzelthemen zu greifen und bis zur kollektiven Übelkeit zu penetrieren, gerade nicht verfängt. Denn aktuell zählt nur eines – alle Facetten des Lebens, Gesundheit, Wirtschaft, Bildung, Kultur, Soziales sorgsam abzuwägen und auszutarieren.

Dafür bedarf es der Fähigkeit und der Instrumente für eine differenzierte Blickweise auf das Ganze und nicht nur auf einzelne instrumentalisierbare Einzelthemen. Diese Fähigkeit haben viele in Berlin und den anderen Hauptstädten Europas und der Welt verloren. Deshalb hören sie derzeit mehr als früher auf diejenigen, die den differenzierten Blick und die Suche nach fundiertem, objektivem Wissen gewohnt sind und täglich praktizieren: die Wissenschaftler, die Experten.

Was die Finanzbranche daraus lernen kann – Unsicherheit herrscht auch in den privaten Haushalten

Vieles von dem, was derzeit in der großen Welt zu beobachten ist, spiegelt sich in den Mikrokosmen der Haushalte und Familien in ganz ähnlicher Weise. Auch dort herrscht große Unsicherheit, ja Zukunftsangst. Clemens Fuests Aussage: „Wir müssen uns auf schwierige Zeiten einstellen.“ sticht von der Gesamtwirtschaft über jedes einzelne Unternehmen direkt in die Privatsphäre der Menschen durch. Und die Feststellung aus Kreisen des IWF: „Die Krise ist wie keine zuvor.“ lässt auch für jede Privatperson Schlimmes befürchten. Auch hinter den deutschen Wohnungstüren ist „die Unsicherheit immens.“

Das betrifft nicht nur die Ängste um die eigene Gesundheit jedes einzelnen und die der Familien. Die Unsicherheit betrifft auch den Arbeitsplatz und daraus folgend die gesamte finanzielle Existenz. In nicht wenigen Haushalten ist die Krise durch Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit bereits angekommen.

Folgerichtig stellen sich viele Menschen jetzt so sehr wie nie die Fragen: „Habe ich genügend Liquiditätsreserve, um für die nächsten Wochen oder Monate über die Runden zu kommen?“ „Erdrücken mich meine Kredite?“ „Habe ich die richtige Absicherung? Fehlen mir wichtige Versicherungen, um Krisen wie die aktuelle zu überstehen, und habe ich überflüssige oder weniger wichtige, die mir jetzt ein Loch in das Budget reißen?“

Glaubwürdigkeit und Objektivität sind gefragt

Diese Fragen stellen sie sich freilich nicht nur jetzt und nicht nur für den Moment. Diese Fragen werden über die Krise hinauswirken. Die Menschen wollen – von den aktuellen Ereignissen sensibilisiert – Lehren für die Zukunft ziehen, sich krisenfest für die Zukunft machen.

Für die Beantwortung dieser Fragen erwarten sie jetzt mehr denn je ehrliche Antworten und ganzheitliche Orientierung von verantwortungsbewussten Beratern. Sie wollen mehr denn je Sicherheit und Orientierung, sie wollen geleitet werden.

Wie im Großen der Politik so sind auch im Kleinen die Lautsprecher und Manipulateure, die klassischen Produktverkäufer, also Anbieter von Einzellösungen, ungeeignet, das Problem in seiner Komplexität zu lösen. Denn auch in den Privathaushalten ist nun die Herausforderung: Was zuerst, was ist am wichtigsten, was ist verzichtbar? Deshalb hilft auch hier gerade in dieser Zeit nichts Anderes als der ganzheitliche Blick.

DIN 77230 macht Berater zu Experten

Dabei sind gerade jetzt Glaubwürdigkeit und Objektivität die wichtigsten Verbündeten jedes Beraters, weil sie ihn als Experten ausweisen. Was für den Politikberater seine wissenschaftliche Expertise ist, das leistet für den Finanzberater die DIN 77230 „Basis-Finanzanalyse für Privathaushalte“. Sie ist das kumulierte Wissen einer ganzen Branche, von Marktteilnehmern, Verbrauchervertretern, Politikern und Wissenschaftlern. Sie ist damit frei von jedwedem Verdacht, in der Analyse der Kundensituation andere als die Kundeninteressen in den Vordergrund zu stellen. Sie zeigt verlässlich tatsächliche Defizite und echte Prioritäten auf und schafft Sicherheit. Damit macht sie ihre Anwender zu den verlässlichen und glaubwürdigen Experten, die die Menschen jetzt für die Unterstützung ihrer finanziellen Orientierung und ganzheitlichen Aufstellung brauchen und suchen.

Krisen sind die Zeiten der Neuausrichtung

Die Fragen, die sich die Verbraucher jetzt stellen, betreffen nicht weniger auch die Berater und Vermittler in der Finanzbranche, allem voran die: „Bin ich richtig und krisenfest aufgestellt?“ Und sie betreffen sie ebenfalls jetzt mehr denn je. Denn Krisen sind die besten Gelegenheiten zur Überprüfung der eigenen Position, zur Neuaufstellung. Sie sind die besten Zeiten für Paradigmenwechsel: Wenn nicht jetzt, wann dann?

Genau jetzt ist die Zeit, nicht nach dem kurzfristigen Verkaufserfolg zu schielen, sondern echte Verantwortung für die Kunden zu übernehmen und Orientierung zu geben.

Das erfordert nicht einmal viel Mut; denn es ist evident, dass die Ausrichtung zu mehr Verantwortung gegenüber den Kunden die einzige Chance für Vermittler und Berater ist, in Zeiten wie diesen zu überleben. Zudem gibt es gerade jetzt mit der DIN 77230 das glaubwürdige, autorisierte Hilfsmittel, das nicht nur den Kunden, sondern auch den Vermittlern Orientierung gibt. Und es gibt bereits eine Vielzahl von Erfahrungen im Umgang mit dem neuen Instrument DIN-Norm, die belegen, dass sie allen Beteiligten auch wirtschaftlichen Nutzen und vor allem wirtschaftliche Stabilität bietet.

Die notwendige (Neu-)Ausrichtung fordert nur eins: Einsatz, geistige Flexibilität und die Bereitschaft, sich den Notwendigkeiten dieser Zeit zu stellen.

Umdenken eröffnet neue Chancen

(Neu-)Ausrichtung und Umdenken sind freilich in Krisenzeiten nicht nur notwendig, sie eröffnet zugleich neue Chancen. Nie sonst ist die Bereitschaft der Dienstleister größer, anderes zu tun. Autolackierer lackieren momentan wenig Autos und schwenken um auf Heizkörper oder Küchenabdeckungen. Autozubehörlieferanten erstellen Plexiglasscheiben als Spuckschutz. Schnapsbrennereien und Bierbrauereien produzieren Desinfektionsmittel.

Noch wichtiger: Nie ist die Bereitschaft der Kunden größer, Neues zu akzeptieren. Umdenken gehört für alle Krisenalltag, Innovationen sind Teil der neuen Normalität, die zu verschlafen existenzgefährdend ist.

Zu den unvermeidlichen, aber von den Kunden angenommenen Veränderungen gehört auch der neue Umgang mit der Kommunikationstechnik: Jeder kennt jetzt Zoom, Bridge, Google Meet und GoToMeeting. Und jeder nutzt es und wird das auch nach dem schwer absehbaren Ende der Corona-Krise tun.

Der alte Spruch: „Wer nicht mit der Zeit geht…“, hat in diesen Tagen eine besondere Bedeutung. Eines ist aus dieser Krise ganz gewiss zu lernen: Nur noch auf einem Bein zu stehen und nur noch an alten, bewährten Denkschemata festzuhalten kann schnell zur Existenzbedrohung werden. Neu denken lohnt sich und ein richtiger Schritt ist sicher: Experte werden…

 

 

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